Paint it blank

Simian Mobile Disco & Bicep - Sacrifice



Die beiden Jungs von Simian Mobile Disco waren ja schon immer ein sehr viel vielfältigeres und distinguierteres Duo als einen der Justice Remix ihres Überhits “We are your friends” (damals allerdinds noch als Simian) glauben machen wollte. Das herbe und beschämende Erwachen nach dem Rausch, zynisch inszeniert von den Leuten die nach der Line gestern noch deine besten Freunde gewesen zu sein schienen, wurde damals im passenden Video zur eigenen Kunstform und zum absoluten Hit. Irgendwie kannten wir das doch alle (wenn auch nicht so extrem) und außerdem, das machte der bratzige Electrosound der beiden Lederjacken-Franzosen schnell klar, war das alles immer noch auf ziemlich einfache Art geil: Krawall und Remmidemmi oder so ähnlich.
SMD haben sich jedenfalls bekanntlich nicht mehr dem Schreiben von WG-Party-Gassenhauern verschrieben. Die Kollaboration mit dem irischen Duo und Retrohouse-Musterschülern von Bicep kommt dann allerdings doch etwas überraschend aber umso heftiger. Furztrocken ballern sich hier Drummaschine und Bass ihren Weg durch die schwebenden Synthieflächen. Sehr retro das Ganze, beinahe ist man versucht die einzelnen verwendeten Analoggeräte herauszuraten, so exzessiv scheint hier mit den Kernklängen der alten Synthesizer gearbeitet worden zu sein. Das Resultat ist jedoch so ein starkes Stück modernisierte Ravehistorie, dass man gar nicht anders kann als sofort loszulegen. Wahnsinn!

Route 94 & Sui Generis - Turn Off The Lights


Route 94 überrascht einmal mehr mit einem unglaublichen Track. Der Bass-Banger Turn Off The Lights zusammen mit Sui Generis kommt mit einer funk-inspirierten Bassline und geradlinigem Arrangement. Das duskyeske Vocal (Ja, duskyesk ist mittlerweile in diesem Musikgenre definitiv ein Begriff) tut sein übriges zur Sogwirkung des Tracks und schon nach kurzer Zeit ist man wie hypnotisiert von dem, was die beiden Engländer hier produziert haben. Jetzt kommt allerdings die schlechte Nachricht, wie alles bei Route 94 ist auch dieser Track natürlich unreleased, soll aber schon in gar nicht all zu ferner Zukunft bei Mansion Music erscheinen. Der Mann weiß definitiv, wie man Leute auf die Folter spannt, denn für unbestimmte Zeit heißt es hier noch: Abwarten und Mate trinken.

Blank Tracks #01 // Preview Mix


This is a continuous mix of all tracks of our first release Blank Tracks #01, which will be available as a free download on June 7. The package consists of tracks by producers from Germany, with the exception of Artifact who is now back in the UK after a stint in Cologne. From deep house to club bangers and from bedroom sounds to experimental techno, we showcase a wide range of electronic music from the german underground. On May 8 we bring together most of the artists for a BBQ in front of our studio and a big party at the club where we started our club night with the first Germany show of Disclosure in January 2012. We dedicate this release to all the true lovers of electronic music who were scattered around the globe for so many years and finally have the great opportunity to join forces these days. This is an incredible time to make, play and release music, we are glad to be a part of it and want to thank everybody for putting out so much great music every day!
We’d also like to thank to everyone who contributed to a compilation that makes us proud, all our friends and supporters and last but not least Lopazz over at Mixmastering.de for a fabulous and lightning quick mastering job!

Full tracklist after the jump

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Blank Mix Series #003 - Seb Wildblood (Church / MadTech)

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Auch wenn das bei der Flut an Dj-Mixes oftmals zu kurz kommt: Der Mix kann oder sollte gar eine eigenständige Kunstform der Clubkultur darstellen, die eigentlich nur in technischer Hinsicht dem Primetimeset nahesteht. Denn hier kann der DJ demonstrieren, was jenseits von ermüdenden Beatmatching- und Syncbuttondiskursen die wahren Qualitätsunterschiede beim Plattenauflegen erzeugt. Denn seien wir doch mal ehrlich, es kräht nun wirklich kein Hahn danach, ob der Typ gestern um 3 Uhr morgens einen Übergang verschludert hat. Was, wenn zumeist auch unbewusst, in Erinnerung bleibt, sind die Dramaturgie seines Sets, die Auswahl der Tracks sowie der damit generierte Auf- und Abbau von Spannung mit denen er unsere Euphoriekurve zu manipulieren vermag. Ein guter Dj-Mix ist also viel mehr als ein aus Dancefloorkrachern und Hits zusammengesetztes Bewerbungsschreiben für den nächsten Gig. Der Künstler stellt hier seine kuratorischen Fähigkeiten unter Beweis, also das musikalische Talent durch Selektion und Modifikation Kohärenz zu erzeugen. Das alles musste einmal gesagt werden, denn mit unserer dritten Ausgabe der Blank Mix Series präsentieren wir euch genauso so ein Musterbeispiel.
Seb Wildblood aka James Tittensor ist eine Hälfte von Church, eine der innovativsten Clubnights Londons, aufstrebendes Label und bisweilen auch Produktionsduo. Mit seinem ersten ersten eigenen Release ‘Töreki’, das im Frühjahr auf MadTech erschien, hatte er uns bereits nachhaltig beeindruckt. Jenseits aller Trends und Klischees schuf er dabei einen unglaublich distinguierten Sound, der sich der Funktionalität des Clubtracks versagte und die Musikalität in den Vordergrund rückte. Mit genau demselben Gespür für Dramaturgie und Stimmungen liefert Wildblood nun diesen unglaublich deepen und eindringlichen Mix für Blank ab.
Ladet euch den Mix kostenlos hier herunter.

Chaos in the CBD & Urulu - Mind The Gap


Eine sehr interessante Kombination an Produzenten, die sich hier für den smoothen Deep-House Track “Mind The Gap” zusammengefunden haben, denn wenn sich so hochkarätige Namen wie Chaos in the CBD und Urulu einen gemeinsamen Track veröffentlichen, hat man natürlich schon hohe Erwartungen an das Resultat. Und der Vorabtrack von ihrer “Never Again EP”, die am 29. April auf Needwant erscheint, hält dann auch genau das, was man sich von ihm verspricht. Deep und groovig kommt der Track aus den Boxen, während das Vocalsample schmeichelnd vor sich hin säuselnd. Einen angenehmen Frühlingstrack haben die beiden da gebastelt, drei Daumen auf unserer neu entwickelten Daumenskala nach oben!

Latcha - Brothers [Free Download]


Hier mal ein absoluter No-Brainer zum kostenlosen Download. Latcha, der bald seine neueste EP veröffentlichen wird, zeigt sich in Geberlaune und verschenkt einen smoothen House-Track, für den er sich anscheinend das Hundebesitzer-Mantra “Der will doch nur spielen” sehr zu Herzen genommen hat, so wenig nimmt er sich dabei selbst ernst (Siehe auch das Soundcloud-Artwork). Aber das ist ja egal, denn der junge Brite liefert einen Top-Track ab, dessen Einfachheit gerade seine größte Stärke ist und hier eigentlich gar nicht groß weiter zerredet werden muss. Anhören, gut finden, tanzen.

Joy Orbison - Donell [Free Download]


Jetzt mal ehrlich, bei aller Liebe zur 90s-Glorifizierung der letzten Jahre: Wenn man das Nirvanashirt mal in die Wäsche tut und die gelb getönte Anastacia-Gedächtnisbrille absetzt muss man doch leider ganz objektiv zugeben, dass es in jenem Jahrzent doch auch eine ganze Menge großen Schrott gab, besonders im musikalischen Bereich. So zum Beispiel Donell JonesU Know What’s Up, ein RnB-Song den nicht mal Lisa Lopes von TLC aus seiner Usher-Für-Arme-Mittelmäßigkeit retten konnte. Jetzt schickt sich mit Joy Orbison der Mann der quasi aus Scheiße Gold machen kann dazu an, dem Track ein neues Gewand zu verpassen. Und auch wenn die garage-infizierte Version, die der Londoner hier bietet nicht gerade der innovative Hot Shit ist, den man von ihm sonst erwartet, so ist er doch hinterhältig eingängig und führt unweigerlich mindestens zum enthusiastischen “im-Takt-nicken”. Und sowieso: Wenn Joy O mal einen Song zum Free Download zur Verfügung stellt ist es egal, ob der Song schon zwei Jahre alt ist und wahrscheinlich auch nicht das nächste BRTHDTT! wird, sondern dann lädst du den Track gefälligst runter, bedankst dich artig beim Messias und hältst die Fresse.

Clouds - Tropical Fuck

Wenn Turbo Recordings sich dazu entscheidet, an einem Tag gefühlte 50 neue Tracks hochzuladen, ist das vielleicht der Wink mit dem ganzen Zaun, mal wieder ein wenig Techno zu verbloggen. Die Steilvorlage dazu liefert dann aber am Ende doch nicht Tigas Label, auf dem die Schotten Clouds zwar auch schon ihren rohen und harten Maschinentechno veröffentlichen durften, sondern Fifth Wall Records, wo der Track Tropical Fuck demnächst Digital und auf Vinyl erscheinen wird. Mit Anleihen an die Meister des Genres (nämlich Karenn und die Analogue Cops) wird hier nicht gespart, was dem Track auch sehr zugute kommt, denn wie bei jedem guten Technotrack ist unter der harten Schale ein rhythmisch groovender Kern versteckt, der Tropical Fuck unglaublich eingängig macht. Wer sich jetzt darüber wundert, dass hier sechs Minuten lang quasi nichts passiert und es nur von der Kickdrum auf die Fresse gibt, der hat hat Clubkultur vermutlich nicht direkt verstanden und sollte sich entweder mal Sonntagmorgens ins Berghain trauen oder dann doch lieber wieder melodischere “Songs” anhören.

Infinity Ink - Infinity (Skream’s 99 Remix)


Dubstep-Pionier und Trendsetter Skream hatte in letzter Zeit die Wobblebässe in der Kiste gelassen und mit vor Funk strotzdendem Discohouse bewiesen, dass er seine Geschichtshausaufgaben erledigt hat. Nun wendet er sich mit diesem Remix einem weiteren Kapitel der britischen Clubkultur zu. Der im Original zwar ziemlich erfolgreiche, aber irgendwie auch ziemlich billige Track Infinity von Infinity Ink bekommt hier ein shuffliges 90’s Garage-Gewand verpasst, das ihm deutlich besser steht. Wie und ob der Track jemals ein offizielles Release erfahren wird ist zwar noch nicht bekannt, ein Spaßbringer in jedem Dj-Set wäre er aber auf jedenfall.

Various Artists - Moda Black Vol. II

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Jaymo & Andy George gehören ja sowohl als Produzenten als auch mit ihrem Label Moda Black zu unseren absoluten Favoriten. Jedes Release setzt Standards, nicht umsonst haben so erfolgreiche Künstler wie Disclosure oder Shadow Child wegweisende Platten bei den beiden herausgebracht. Nun ist es also Zeit für die zweite Ausgabe der Moda Black Compilation und - wie könnte es anders sein - das Teil ist ganz großes Kino. Allein die Tracklist liest sich wie ein Allstar-Game britischer Clubkultur: Huxley, Shadow Child, Celsius, Ben Pearce oder Maxxi Soundsystem steuern unter anderem einen exklusiven Song bei. Zur Qualität muss da dann auch nicht mehr viel gesagt werden. Selten findet man auf einer Platte mit so vielen unterschiedlichen Produzenten einen derart hohen Qualitätstandard über die gesamte Spielzeit hinweg eingehalten.
Die gesamte Tracklist gibt’s nach dem Break.

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