Paint it blank

Velvet Tux - Creole EP (Free Download)


Hinter dem Namen Chasing Toulouse verbirgt sich nicht die neueste Hype-Indieband aus Manchester, sondern ein vor kurzem gegründetes Label aus London, das uns in den kommenden 12 Monat mit jeweils einem Free Download und zwei Remixen desselben begrüßen wird. Zum Auftakt gibt es luftigen House vom noch weitgehend unbekannten Produzenten Velvet Tux, der hier, passend zum Titel Creole, auf laszive spanische (!) Vocals, Flamingosounds und strandkompatible Percussions zurückgreift. Da die leicht exotisch angehauchte Stimmung eher melancholische Gedanken an ferne Inseln transportiert als billiges Beachbar-Feeling, kann man zum ersten Release durchaus gratulieren, denn spannende Tracks dieser Art haben sich in letzter Zeit durchaus gehäuft und vielleicht ist man ja auf dem besten Weg, sich frühzeitig als Anlaufstelle für einen Trend zu positionieren. Der etwas treibendere Remix von Taneli und die deutlich zurückhaltendere Version von Kevin Parrish lassen in ihrer klanglichen Ähnlichkeit zum Original zumindest erahnen, dass hier an einer eignenen Stilistik gebastelt wird.

Clancy - What You Do EP

Okay zugegeben, es klingt mittlerweile schon fast formelhaft wenn man die groben Eckdaten betrachtet: Junger Produzent aus London, bassgetriebene Housemusik mit prominenten Vocals, Radiosupport und lobende Worte von allen Seiten. Doch Clancy scheint irgendwie anders, seine Arrangements cleverer, seine Sounds eine Spur zu deep und die gesamten Tracks einfach zu durchdacht um einfach nur das Next Big Thing zu sein und den Blogs Futter für die nächsten Tage zu geben. Auf seiner What You Do EP, welche bei dem neugegründeten SPIEL-Label (ein Schwesterlabel von Dirt Crew) erscheint, zelebriert Clancy die Gratwanderung zwischen Nu-Disco und UK-Bass auf jeden Fall mit so einer Finesse, dass es wie das Leichteste der Welt scheint, solche Tracks zu schreiben. Die EP mit zwei originalen Tracks und einem Remix wird am 30.09.2013 erscheinen.

Skream - Rollercoaster ft. Sam Frank


Zum Ende des Sommers präsentiert uns der Dubstep-Held aus alten Zeiten endlich seine lang angekündigte neue Single Rollercoaster. Wie schon aus seiner Ankündigung, sich bis auf weiteres nicht mehr mit Dubstep auseinandersetzen zu wollen, herauszulesen war, liegt uns nun auch kein klassischer 140BPM-Wobble-Track vor, sondern Skream fröhnt einer seiner anderen musikalischen Leidenschaften: Disco! Dabei zieht er konsequent alle Register und bedient die erwarteten Klischees mit voller Absicht, wohl auch um den harten Schnitt zur Dubstep-Szene klarer zu gestalten. Die Produktion ist in Skream-Manier natürlich tadellos und auch Sam Frank, welcher die Vocals beisteuert leistet sich hier keinen Fehltritt. Die Youtube-Kommentarsektion füllt sich selbstverständlich trotzdem mit Kommentaren wie “This is shit, where’s the drop”, doch auch wenn sich Skreams Fans im Internet gerade in zwei Lager zu spalten scheinen, so muss man seinen Mut bewundern, ohne einen neuen Künstlernamen einfach etwas ganz anderes zu machen. Chapeau!
Achso: Ein schönes Video mit eingebauter Nachspielanleitung für die Heimorgler unter euch gibt es noch dazu und vorbestellen kann man die Single hier.

Eli & Fur - You’re so high (Ejeca Remix) Free Download



Jeglichem liberalen Hedonismus zum Trotz ist die Clubkultur immer noch ein in klassischen Genderidentitäen durchsexualisiertes Terrain. Das zeigt sowohl die Auswahl von Bildern halbnackter Mädels auf einschlägigen Youtube-Channels als auch der ständige Versuch, weibliche Künstler wie Nina Kraviz auf ihre offensichtliche Attraktivität zu reduzieren. Eli & Fur wird dieses Schicksal hoffentlich auch weiterhin erspart bleiben selbst wenn die beiden jungen Produzentinnen aus London den Plattitüdendreschern genug Futter bieten könnten: jung, hübsch, hip und gerne auch mal in lasziv-unschuldige Pressefotos verpackt. Uns interessiert aber nur der musikalische Ouput und der ist von unverkennbarem Talent geprägt. Bei diesem Remix hat Ejeca dem Originaltrack der beiden seinen distinktiven Stempel aufgedrückt. Das Ergebnis spielt gekonnt mit den sanften Vocals und lässt sie über ein schön verwaschen und rumplig daherkommendes Deep House-Fundament schweben. Genug Druck für den Club entwickelt der Track schließlich dank des Oldschool-Grooves. Höchste Wertarbeit!
HIer geht’s zum Free Download

Blank Mix Series #004 - Golf Clap (i! Records)


Die Blank Mix Series geht nach einiger Verspätung endlich in die vierte Runde und diesmal sind es Golf Clap aus Detroit, die uns mit einem Mix beglücken. Das Duo hat sich wohl vom heißen Sommer inspirieren lassen und liefert einen entspannt sonnigen Deep House Mix ab, der sowohl in Bezug auf die Trackauswahl als auch auf das Mixing nichts zu wünschen übrig lässt. Schön langsam lassen es die beiden Produzenten in ihrem Mix angehen, es gibt Deep House mit vielen Funk- und Disco-Anleihen und auch an Vocals wird nicht gespart, genau so wie wir es mögen. Ein perfekter Sommermix, der das ständige Schwitzen gleich viel erträglicher macht.

New York Transit Authority - The Swarm EP


Wenn ein geschätzter Artist lange nichts mehr von sich hat hören lassen ist man immer ein wenig besorgt, ob derjenige überhaupt noch einmal auf der Bildfläche erscheint oder nicht und ob der folgende Output noch mit dem alten Material mithalten kann. New York Transit Authority gibt uns hier ein Paradebeispiel dafür, wie man es am Besten macht: Man produziert einen Mördertrack, baut dann 1 1/2 Jahre lang Hype auf indem man nichts mehr veröffentlicht sondern nur noch Songs in Radioshows anteased und kommt dann mit einer EP zurück, die den Originaltrack in den Schatten stellt. Der Londoner hat auf der The Swarm EP drei neue Tracks im Gepäck, die verschiedene Facetten der Clubmusik ausleuchten. Während 95 mit House liebäugelt, steht Hard Work schon mit beiden Füßen fest im Technoclub und das Titelgebende The Swarm entzieht sich den Genreschubladen wie einst Off The Traxx. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei, wenn dieses Release bald auf Lobster Boy veröffentlicht wird.

Green Velvet - Bigger than Prince (Hot since 82 Remix)


“Spoken Word”-Samples sind ja so ein bißchen die Clint Eastwoods der Clubmusik. Sie geben Tracks diese lässig-lakonische Härte, nicht so aufgeregt und euphorisch wie die so gern verwendeten Diva-Vocals, aber gerade deshalb oft noch unbarmherziger auf dem Dancefloor. Hot Since 82’s Remix von Bigger than Prince ist geradezu ein Paradebeispiel für diesen Effekt. Hypnotisch schiebt sich dieses Monstrum nach vorne und vergeudet erst gar keine Zeit für langwierige Breakdowns oder andere Spielereien. Killer!

Lil Silva - No Doubt (ft. Rosie)

NEON✖TAPES_003 - PATHETIC WASTE OF TALENT


Heute gibt es ein wenig schamlose Eigenwerbung, und das gleich im doppelten Sinne: Pathetic Waste Of Talent, ihres Zeichens eine Hälfte der blank-Crew, haben anlässlich der Party mit Mak & Pasteman ein neues Mixtape für unsere Homies von Neon erstellt und feuern dabei aus allen Rohren. In ihrem Promomix lassen sich die beiden nicht von Genregrenzen einengen, sondern spielen einfach Banger an Banger, ohne dabei jedoch ihr gewohnt perfektes Mixing aus den Augen zu verlieren. Ein Mix der beim Anhören einfach Spaß macht, sei es jetzt im Auto oder beim Warmup. Aber jetzt ist erst mal genug der Lobhudelei, überzeugt euch doch einfach selbst von den Qualitäten des Duos.

MAUSI - MOVE (Friend Within Remix)


Also jetzt mal zu Beginn einige Worte über den original Artist: MAUSI haben erstens den lustigsten Bandnamen der Welt, zweitens einiges auf dem Kasten und drittens ganz offensichtlich Geschmack, was ihre Remixer angeht. Für die neueste Single M O V E (im Original ein sehr catchiger Pophit) darf nämlich nun unter anderem Friend Within an den Knöpfchen drehen und seine Interpretation des Songs kann sich wirklich mehr als sehen lassen. In klassischer UK-Bass Manier übernimmt eine solide Bassline die Führung in dem Track, vom Original bleibt außer den zerhackten Vocals kaum noch etwas übrig. Das Rad erfindet der Londoner mit diesem Remix natürlich nicht neu, aber er zeigt, wie mühelos er einen Song vom Radio in den Club holen kann.